Nati sucht die Schweizer Präzision

Dzemaili und seine Kollegen haben immerhin schon vier Punkte

Dzemaili und seine Kollegen haben immerhin schon vier Punkte

Mit vier Punkten aus zwei Spielen steht die Schweizer Fußball-Nationalmannschaft bei der EURO 2016 so gut da wie noch nie bei einer EM-Endrunde. Die bisherige Ausbeute könnte schon zum erstmaligen Aufstieg in die K.o-Runde reichen, doch vollauf Zufriedenheit herrscht nicht. Denn die Eidgenossen haben bisher zu viele Chancen und damit eine noch bessere Ausgangsposition vergeben.

Ein Punkt im abschließenden Gruppenspiel am Sonntag gegen Gastgeber Frankreich würde zum Aufstieg reichen. Selbst bei einer Niederlage ist die Chance realistisch, als einer der vier besten Gruppendritten ins Achtelfinale einzuziehen.

Das Ziel, mit zwei Siegen schon vorzeitig alles klar zu machen, wurde aber aufgrund mangelnder Effizienz vor dem Tor verfehlt. Gegen Albanien (1:0) und Rumänien (1:1 am Mittwoch in Paris) vergab die liebevoll "Nati" genannte Auswahl von Vladimir Petkovic Großchancen im Dutzend. Alleine Haris Severovic, Stürmer von Eintracht Frankfurt, könnte die Torschützenliste klar anführen, ist aber in Frankreich noch ohne Treffer.

"Wenn wir unsere Chancen nicht verwerten, wird es auf diesem Level schwierig", meinte daher Petkovic. Auch Granit Xhaka konnte angesichts der Dominanz kaum fassen, dass es gegen Rumänien am Ende nur zu einem Remis gereicht hat. "Wir können nicht zufrieden sein. Wir zeigten eines der besten Spiele seit langem, aber es ist immer wieder das Gleiche: Auf diesem Niveau erhält man nicht 20 Chancen. Wir hatten fünf, sechs gute und trafen nicht. Das war das einzige Manko", meinte der Spielmacher.

Erlöst wurden die Schweizer nach 0:1-Rückstand schließlich von Admir Mehmedi, der seinen ersten Pflichtspiel-Treffer seit November 2015 bejubeln durfte. "Der Punktverlust ist sehr ärgerlich, wir sind schlecht belohnt worden. Wir haben vieles richtig gemacht, nur vor dem Tor fehlt das gewisse Glück und die Kaltschnäuzigkeit", sagte Mehmedi, der mit seinem Ausgleichstor in der 57. Minute Schlimmeres verhindert hat. "Das war eine riesige Steigerung zum ersten Spiel. Jetzt werden wir im dritten Gruppenspiel alles klar machen", gab sich der Leverkusen-Stürmer überzeugt.

Gegen Frankreich ist die Schweiz allerdings seit einem 2:1 in einem Testspiel 1992 sieglos. Für Petkovic kein Problem, sondern primär "ein Anreiz".