ÖFB-Team hofft gegen Ungarn auf optimalen Turnierstart

David Alaba und Teamchef Marcel Koller beim Training in Mallemort

David Alaba und Teamchef Marcel Koller beim Training in Mallemort

Das Abenteuer Fußball-EM beginnt für Österreichs Fußball-Nationalmannschaft am Dienstag (18.00 Uhr/live ORF eins) im Stade de Bordeaux. Die ÖFB-Auswahl gilt gegen Ungarn als Favorit und könnte mit einem Sieg über die Truppe des deutschen Trainers Bernd Storck schon zum Auftakt einen großen Schritt in Richtung Viertelfinale machen.

Drei Punkte gegen die Magyaren wären auch gleichbedeutend mit dem ersten EURO-Sieg im vierten Anlauf und dem ersten Triumph bei einer Endrunde seit dem 2:1 über die USA bei der WM 1990. Der tristen Bilanz aus den jüngsten Turnier-Teilnahmen steht allerdings eine beeindruckende Pflichtspiel-Statistik von David Alaba und Co. gegenüber.

Aus den vergangenen elf Bewerbspartien schauten zehn Siege und ein Remis heraus, was Goalie Robert Almer optimistisch stimmt. "Wir haben in der Qualifikation immer unsere Leistung gebracht und ich sehe keinen Grund, wieso das bei der Europameisterschaft nicht auch so sein sollte."

Während Österreich als souveräner Gruppensieger das Ticket für Frankreich löste, hatten die Ungarn deutlich härter zu kämpfen. Erst im Play-off der Gruppendritten fixierten die Magyaren ihre erste große Turnier-Teilnahme seit der WM 1986. In der Weltrangliste liegen sie auf Rang 20 und damit zehn Plätze hinter der ÖFB-Auswahl.

Dennoch gibt es laut Teamchef Marcel Koller keinen Grund für überzogenen Optimismus. "Die Ungarn sind sehr gut organisiert, stehen defensiv gut, spielen gute Konter, sind bei Standards gefährlich und haben auch individuell den einen oder anderen Spieler, der dir wehtun kann."

Man werde den Gegner keinesfalls auf die leichte Schulter nehmen, beteuerte Koller bereits am Donnerstag. "Diese Gefahr besteht sicher nicht. Wir sind jetzt seit viereinhalb Jahren mit den Spielern zusammen und haben sie so eingestellt, dass sie niemanden unterschätzen", erklärte der Schweizer.

Außerdem sei man sich im ÖFB-Lager im Klaren darüber, dass der Erfolgslauf in der Quali keine Bedeutung für die Endrunde hat. "Wir haben eine gute Qualifikation gespielt, aber das ist eine Zeit her. Ich bin keiner, der in der Vergangenheit lebt. Wir müssen wieder in die Gänge kommen."

Die mangelnde Turnier-Erfahrung - das Nationalteam war zuletzt bei der EURO 2008 vor eigenem Publikum bei einer Endrunde dabei - bereitet Koller kein Kopfzerbrechen. "Wir können die Erfahrung nicht herbeizaubern und wollen dem nicht zu viel Bedeutung schenken", meinte der 55-Jährige.

Koller verweist in diesem Zusammenhang regelmäßig auf die Erkenntnisse, die seine Spieler in Europas Top-Ligen gewinnen - so etwa Bayern-Star David Alaba, der bei der EM seine Fähigkeiten im zentralen Mittelfeld unter Beweis stellen will. Auch Marko Arnautovic möchte auf der großen Bühne glänzen, stellt aber den Team-Gedanken in den Vordergrund. Es gehe nicht darum, ob es seine EURO werde, betonte der Stoke-Legionär. "Ich hoffe, dass es unsere EURO wird."

Arnautovic und Alaba zählen zu den Fixstartern, nur zwei Positionen könnten eventuell noch offen sein. Für die Rolle des zweiten Innenverteidigers neben Aleksandar Dragovic gilt Martin Hinteregger als Favorit, am rechten Flügel dürfte Martin Harnik und nicht Marcel Sabitzer eingesetzt werden. Ebenfalls noch nicht ganz klar ist, ob der zuletzt an Muskelproblemen laborierende Marc Janko im Sturmzentrum zur Verfügung steht.

Ein kleines Fragezeichen steht nicht nur hinter der ÖFB-Anfangsformation - offen ist auch, wie sich die Spieler auf die geänderten äußeren Bedingungen einstellen. Während das Thermometer im Trainingszentrum in der sonnigen Provence täglich an die 30-Grad-Marke kletterte, erwarten Kollers Schützlinge unweit der Atlantikküste Regen und Temperaturen um die 20 Grad.