ÖFB-Teamspieler gelobten nach 0:2 gegen Ungarn Besserung

Julian Baumgartlinger will aus der Niederlage lernen

Julian Baumgartlinger will aus der Niederlage lernen

Mit einer "Jetzt erst recht"-Stimmung wollen Österreichs Fußball-Teamspieler Wiedergutmachung für die EM-Auftaktniederlage gegen Ungarn betreiben. Für das Duell mit Portugal am Samstag (21.00 Uhr) im Pariser Prinzenpark-Stadion planen die Schützlinge eine Rückkehr zu jenem Leistungsniveau, das sie in der abgelaufenen Qualifikation auszeichnete.

Kapitän Christian Fuchs ortete am Mittwoch in Mallemort sogar eine Aufbruchsstimmung. "Wir haben jetzt diese zwei Spiele, da wollen wir wieder Gas geben und zeigen, woraus wir gemacht sind", erklärte der Legionär von Leicester City.

Dass die Chance auf das Achtelfinale bei einer Niederlage gegen die Iberer und einem Sieg von Island über Ungarn bereits vorzeitig dahin wäre, ist nach den Angaben des Niederösterreichers kein Thema. "Wir setzen uns nicht unter Druck. Wir wollen das nächste Spiel gewinnen und im Turnier bleiben."

Den Auftritt gegen die Ungarn wollte Fuchs nicht dramatisieren. "Es hat sich angefühlt, als ob wir von Beginn an das Pech an unseren Schuhen hatten", erzählte der 30-Jährige. In diesem Zusammenhang nannte der Linksverteidiger den Stangenschuss von David Alaba nach wenigen Sekunden und den Ausschluss von Aleksandar Dragovic. "Statt 1:1 waren wir einen Mann weniger. Dann hat jeder versucht, alles rauszuholen, aber leider ist es sich nicht mehr ausgegangen."

Im Endeffekt hätten Kleinigkeiten entschieden. "Wir sind nie richtig ins Pressing reingekommen und haben in gewissen Situationen falsche Entscheidungen getroffen. Das kumuliert sich, und dann kommt so etwas raus", meinte Fuchs.

Dennoch zeigte sich der Kapitän mit Blick auf das Portugal-Match betont optimistisch. "Wir werden sicher nicht die Köpfe in den Sand stecken. In der Qualifikation haben wir gezeigt, dass wir gegen vermeintlich größere Nationen gute Spiele bestreiten können."

Ähnlich äußerte sich Goalie Robert Almer. "Es ist bitter, wie es gegen Ungarn abgelaufen ist, aber wir müssen jetzt die Köpfe wieder hochkriegen und versuchen, gegen Portugal etwas mitzunehmen." Die Niederlage sei weder mit einer möglichen Verunsicherung durch die vorangegangenen Testspiele noch mit einer Nervosität zu begründen. "Ich würde nicht sagen, dass wir nervös waren, doch vielleicht zu hektisch. Außerdem waren die Ungarn sehr gut auf uns eingestellt."

Am Samstag bekommt es Almer mit dem dreifachen Weltfußballer Cristiano Ronaldo zu tun. "Man kennt seine Qualitäten, darauf muss man sich einstellen. Speziell auf ihn vorbereiten werde ich mich aber nicht." Selbiges gilt auch für das Zusammenspiel mit seinem neuen Vordermann - für den gesperrten Aleksandar Dragovic dürfte wohl Sebastian Prödl in die Mannschaft rücken. "Egal, wer spielen wird, ich glaube, das wird kein Problem sein", meinte Almer.

Auch Julian Baumgartlinger verwies auf das hohe Niveau aller Kadermitglieder. "Wir haben schon in der Quali gezeigt, dass wir Spieler gut ersetzen können." Für das Samstag-Match müsse man die richtigen Lehren aus dem EM-Fehlstart ziehen, meinte der Mittelfeldspieler und forderte mehr Cleverness. "Die werden wir gegen Portugal dringend brauchen."

Unkonzentriertheiten wie gegen Ungarn dürfe man sich in Paris nicht mehr erlauben. "Alle müssen ihre Nervosität abgelegt haben", sagte Baumgartlinger. Die Leistung der Ungarn könnte als Vorbild dienen. "Sie haben sich klar auf ihre Qualitäten besonnen und ihren Spielplan durchgezogen. Das war der Unterschied zu uns."

Die Ernüchterung war dem Deutschland-Legionär, der am Dienstag als einer von wenigen ÖFB-Teamspielern halbwegs Normalform erreicht hatte, deutlich anzumerken. "Wir sind jetzt in der Realität angekommen."

Die jüngsten Quali-Erfolge haben laut Baumgartlinger auch eine Kehrseite, die man etwa gegen die Ungarn zu spüren bekam - die Gegner sind mittlerweile gut auf das ÖFB-Team eingestellt. "Es wird keiner mehr mit Pauken und Trompeten in unser Pressing laufen. Jeder weiß, was wir vorhaben", sagte der Salzburger, ergänzte aber auch: "Das heißt aber nicht, dass es an einem Top-Tag von uns zu verhindern ist."