Portugal mit Ronaldo in letzten Test gegen Estland

Ronaldo soll bis 14. Juni wieder im Vollbesitz seiner Kräfte sein

Ronaldo soll bis 14. Juni wieder im Vollbesitz seiner Kräfte sein

Nach einigen Tagen Entspannung vor Ibiza will sich Cristiano Ronaldo wieder seiner Lieblingsbeschäftigung widmen. Im finalen EM-Test seiner Portugiesen ist der Superstar von Österreichs Gruppengegner mit von der Partie. Am Mittwoch gastiert Estland in Lissabon, gegen die Balten plant Ronaldo seine bei 56 Toren stehende Länderspiel-Statistik weiter hinaufzuschrauben.

Am Tag darauf werden die "Lusos" dann als letzter Teilnehmer ihr EM-Quartier im nationalen Rugby-Zentrum Linas-Marcoussis südlich von Paris beziehen. Ihren ersten Turnier-Auftritt haben die Portugiesen am 14. Juni gegen Island in St. Etienne. Ronaldo soll dann wieder im Vollbesitz seiner Kräfte sein.

Die Vorstellung des von einer Oberschenkelblessur offensichtlich gehandicapten Real-Madrid-Torjägers im Finale der Champions League gegen Atletico bereitete auch in seiner Heimat Sorgen. Bereits bei der WM 2014 in Brasilien plagte sich Ronaldo mit Problemen mit der Patellasehne, Portugal scheiterte damals in der Gruppenphase. Teamchef Fernando Santos wollte nun keine diesbezüglichen Spekulationen aufkommen lassen.

Ronaldo stieß nach Angaben von Santos "sehr motiviert" zum Team. "Er ist bereit, unsere Mannschaft zu führen", wie Santos auf einer Pressekonferenz vor der EM-Generalprobe seines Teams gegen Estland (Mittwoch 20.45 Uhr) betonte. Ronaldo und sein Real-Kollege Pepe hatten nach dem Finale der Champions League noch Urlaub und verpassten die bisherige Vorbereitung. "Ronaldo befindet sich körperlich in einem sehr guten Zustand", versicherte Santos. Zuletzt war über den Fitnesszustand des Angreifers spekuliert worden.

"Es wird immer darüber geredet, dass die Spieler zu hundert Prozent fit sein sollen. Aber das ist niemals die Realität", sagte Santos gegenüber der "Marca". Sicherlich wäre es optimal, wenn Ronaldo auf der Höhe seiner körperlichen Leistungsfähigkeit wäre. "Aber ich würde auch auf Cristiano bauen, wenn er bei 80 Prozent stünde", meinte der Trainer, dessen Elf sich zuletzt in England mit 0:1 geschlagen geben musste. Dass die Woche Entspannung Ronaldo ebenso wie Clubkollege Pepe gut getan hätte, sei aber klar.

51 Tore schoss Ronaldo in dieser Saison in 48 Pflichtspielen für Real. Auf EM-Ebene hält der 31-Jährige bei sechs Toren, er peilt in Frankreich den Rekord des Franzosen Michel Platini (9 Tore) an. Mit Portugal stand der Angreifer bereits 2004 bei der Heim-EM vor dem Titelgewinn, ehe es im Finale gegen Griechenland eine herbe Enttäuschung setzte. Vor vier Jahren in Polen und der Ukraine scheiterten die Iberer im Halbfinale im Elferschießen am späteren Champion Spanien.

"Es wäre an der Zeit. Portugal sollte schon einen EM-Titel gewonnen haben", sagte Santos. Richten soll es Ronaldo. "Wenn er so wichtig für Real ist, dann kann man sich vorstellen, wie wichtig er für Portugal ist. Zumindest genauso, wenn nicht mehr."

Auch Ronaldo peilt mit Portugal den EM-Titel an. "Jeder Einzelne wird das Beste geben, um den Titel zu holen." Der Erfolg hänge zwar von vielen Faktoren ab, aber im Fußball sei alles möglich. Ronaldo hat auf Clubebene praktisch alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt. Ein Titel mit dem Nationalteam fehlt aber noch.