Ronaldo und Co. tanken im Rugby-Zentrum Kraft

Regenerieren im Rugby-Zentrum

Regenerieren im Rugby-Zentrum

Rund 10.000 rot-weiß-rote Fans machen sich am Wochenende auf nach Paris, um Österreichs Fußball-Nationalmannschaft im vorentscheidenden Spiel gegen Portugal (Samstag, 21.00 Uhr) zu unterstützen. Doch das Match im Prinzenparkstadion wird trotzdem eher für Cristiano Ronaldo und Co. ein Heimspiel werden.

"Wir sind hier, aber man hat beinahe das Gefühl, in Portugal zu sein", meinte Portugals Cedric Soares nach dem Empfang vor wenigen Tagen. Der Verteidiger sprach damit die große portugiesische Gemeinde in Frankreich an, die größte außerhalb des Heimatlandes. Rund 650.000 portugiesische Staatsbürger und insgesamt weit über eine Million Menschen portugiesischer Herkunft leben in Frankreich. Der Großteil davon ist im Großraum Paris zu finden.

"Ich hoffe, dass die portugiesische Exil-Gemeinde dafür sorgt, dass wir nach Frankreich das am besten unterstützte Team der EURO sind", sagte Anthony Lopes vor Turnierbeginn. Für den Torhüter von Olympique Lyon und seine Teamkollegen Raphael Guerreiro und Adrien Silva ist es quasi sogar ein echtes Heimturnier, ist das Trio doch in Frankreich geboren. Fünf Mann des 23-köpfigen Kaders sind zudem bei französischen Clubs engagiert.

In der Nähe von Paris haben sich die Portugiesen während der EURO auch einquartiert. Die Auswahl von Teamchef Fernando Santos residiert im Centre National de Rugby (CNR), dem nationalen Rugby-Zentrum. Das Herzstück des französischen Rugby-Sports, den 450.000 lizenzierte Spieler betreiben, liegt in Marcoussis, 30 km südlich der Hauptstadt.

Das CNR bietet mit fünf großen Plätzen (drei Rasen, zwei Kunstrasen, davon einer überdacht), Swimmingpool, Sauna, Fitnesscenter, Seminar- sowie Freizeiträumen und Unterkunft mit 85 Zimmern ein optimales Umfeld, das nicht nur sämtliche Rugby-Teams des Landes, sondern auch schon Fußball-Clubs wie Juventus Turin oder Paris St. Germain zu schätzen wissen.

28 Gemeinden hatten sich seinerzeit als Standort für das Rugby-Zentrum beworben, das schließlich in der 8.000-Einwohner-Gemeinde um fast 50 Millionen Euro errichtet und im November 2002 eröffnet wurde. Der französische Rugby-Verband übernahm übrigens zwei Drittel der Kosten.