Russland bestellte französischen Botschafter ein

Russische Fans stehen unter Beobachtung

Russische Fans stehen unter Beobachtung

Wegen der Festnahme Dutzender russischer Fußballfans hat das Außenministerium in Moskau den französischen Botschafter einbestellt. Frankreich sei aufgefordert worden, den Fall so schnell wie möglich auf zivilisierte Weise zu klären, teilte das Ministerium am Mittwoch mit. Die französische Polizei hatte am Dienstag in der Nähe von Cannes einen Bus mit 43 russischen Fußballfans festgesetzt.

Bei dem Gespräch mit Jean-Maurice Ripert sei deutlich gemacht worden, dass ein "weiteres Schüren von anti-russischer Stimmung" die "Atmosphäre der russisch-französischen Beziehungen deutlich belasten" könne, warnte das russische Außenministerium. Die russischen Fans waren am Dienstag auf dem Weg nach Lille zum nächsten EM-Spiel festgenommen worden. Ihr Bus wurde angehalten, dann wurden sie nach Marseille zurückgebracht.

Später kamen elf der 43 Festgenommenen wieder frei, alle anderen blieben in Gewahrsam, berichteten die Agenturen Interfax und AFP am Mittwoch. Die Staatsanwaltschaft in Marseille wollte sich auf Anfrage nicht zum Stand der Ermittlungen äußern. Laut französischen Ermittlern waren an den Zusammenstößen in Marseille am Samstag etwa 150 gut organisierte russische Hooligans beteiligt.

Frankreichs Regierungssprecher Stephane Le Foll sprach sich für ein konsequentes Vorgehen gegen Gewalttäter aus: "Alle, die aus der Ferne oder Nähe an diesen Gewalttaten, an diesen Straßenkämpfen beteiligt waren, müssen nicht nur identifiziert, sondern vor allem ausgewiesen werden", sagte er am Mittwoch in Paris. "Wenn diese Fans sich so verhalten haben, wie man denkt, dann haben sie nichts mehr in Frankreich verloren."