Tiefe Enttäuschung auch bei ÖFB-Fans in Bordeaux

Ernüchterung auch bei den Fans

Ernüchterung auch bei den Fans

"So, jetzt reicht's!" Unmittelbar nach dem Treffer zum 0:2-Endstand durch Zoltan Stieber in der 87. Minute verließen Österreichs Fußball-Fans in Scharen vorzeitig das Stadion in Bordeaux. Nicht nur ÖFB-Teamchef Marcel Koller war nach der EM-Auftaktniederlage gegen Ungarn bitter enttäuscht, sondern auch der mitgereiste Anhang, der für den Tagestrip 500 Euro und mehr pro Person ausgegeben hatte.

"Vom Viertel- und Halbfinalisten zum Aus in der Gruppenphase", lautete die düstere Prognose eines rot-weiß-roten Fans, der den Schlusspfiff im Stadion nicht mehr miterleben wollte. Viele waren fassungslos nach der schwachen Vorstellung von Österreichs Team. "Was war mit denen los?", war immer wieder zu hören. Im Zentrum der Fan-Kritik standen in erster Linie "Totalausfall" Martin Harnik und der mit Gelb-Rot in der 66. Minute ausgeschlossene Abwehrchef Aleksandar Dragovic.

Dabei waren die österreichischen Anhänger voller Vorfreude und Hoffnung nach Bordeaux gereist. Und nach dem verheißungsvollen Beginn mit dem Stangenschuss von ÖFB-Star David Alaba nach nur 31 Sekunden sorgten sie auch für mächtig Stimmung. Selbst nach dem 0:1-Schock durch Adam Szalai in der 62. Minute und dem Dragovic-Ausschluss peitschten die Fans ihr Team immer wieder nach vorne, ehe Stieber mit dem zweiten ungarischen Treffer endgültig für Katerstimmung sorgte.

Nach dem am Flughafen in Bordeaux im Fernsehen verfolgten 1:1-Remis von Gruppenfavorit Portugal gegen EM-Debütant Island keimte dann mitunter wieder vereinzelt Hoffnung auf. "Jetzt gewinnen wir eben gegen Portugal und Island und werden noch Gruppensieger", meinte etwa ein Fan euphorisch, während andere versuchten, die Enttäuschung mit Bordeaux-Wein zu ertränken.

Dass dann auch noch einer der österreichischen Tagesflieger auf seiner Parkposition von einem anderen Flugzeug blockiert und zudem noch viel zu spät betankt wurde, passte da ins Bild eines total verpatzten EM-Ausflugs. "Das hat sich ausgezahlt", ärgerte sich ein Fan kopfschüttelnd nach der mit 80-minütiger Verspätung erfolgten Rückkehr am Flughafen Schwechat kurz nach drei Uhr früh.