Künstliche Intelligenz und PC-Modus: Das Huawei Mate 10 Pro

Künstliche Intelligenz und PC-Modus: Das Huawei Mate 10 Pro

Nachdem Google, Apple und LG bereits ihre Flaggschiffe für den Herbst 2017 präsentiert haben, zieht nun der chinesische Hersteller Huawei mit dem Mate 10 Pro nach.

Die Mate-Serie von Huawei erinnert vom Konzept her ein wenig an die Galxy Note Smartphones von Samsung, die sich in den letzten Jahren immer mehr als “Ultra-Premium”-Serie hervorgetan hat. Die Phablets der beiden Hersteller sind dabei meistens besser ausgestattet, aber auch deutlich teurer als die eigentlichen Flagschiffe, also momentan das Galaxy S8(+) bei Samsung und das P10(Plus) bei Huawei. Auch das neu vorgestellte Mate 10 Pro setzt neue Maßstäbe für Huawei und dürfte Smartphone-Nutzern eine interessante Alternative zu Apple und Samsung bieten. Dabei sollte man nicht vergessen, dass Huawei gemessen an den weltweiten Verkaufszahlen den zweiten Platz unter allen Smartphone-Herstellern belegt. Samsung liegt auf Platz eins, Apple ist dritter.

Hauseigener Prozessor und großer Akku

Während viele der aktuellen Premium-Smartphones von Qualcomms Snapdragon 835 angetrieben werden, setzt Huawei auf den hauseigenen Kirin 970. Dieser Prozessor soll besonders darauf ausgelegt sein Künstliche Intelligenz, wie sie etwa bei Bilderkennung zum Einsatz kommt, zu unterstützen und effektiver damit umzugehen. Das wird dadurch ermöglicht, dass der Chip über eine spezielle KI-Einheit, der “neural network processing unit” (NPU), verfügt. Der Rest der Hardware ist mehr oder weniger deckungsgleich mit den Spezifikationen aktueller High-End Geräte: Sechs Gigabyte RAM und ein interner Speicher von 128 Gigabyte. Dafür verzichtet Huawei auf die Möglichkeit den Speicherplatz durch eine microSD-Karte erweiterbar zu machen. Mit sechs Zoll bei einer Auflösung von 2.160 x 1.080 Pixel siedelt man sich mit dem OLED-Display eher am unteren Ende der High-End Smartphone-Bildschirme an, das dürfte aber der Akkulaufzeit und Performance zugute kommen. Mit den verbauten 4000 Milliamperestunden sollte man aber ohnehin locker einen ereignisreichen Tag durchstehen können, ohne das Mate 10 Pro an das Ladegerät anschließen zu müssen.

Mit Monitor als PC nutzen.

Die Idee ein Smartphone gleichzeitig als PC zu nutzen ist sicherlich nicht neu. Was Microsoft mit Continuum und Samsung mit DeX bereits erfolgreich umgesetzt haben, will auch Huawei mit der neuen Version von EMUI, dem Android-Skin des chinesischen Herstellers, versuchen. Große Änderung soll hierbei der Verzicht auf eine teure Dockingstation sein. Es wird also möglich sein das Mate 10 Pro nur mithilfe eines Kabels an einen Monitor anzuschließen. Die Oberfläche von EMUI 8.0 wechselt dabei automatisch in den “Desktop-Modus”, der stark an die Oberfläche von Chrome OS erinnert.

KI-Kamera und IP-67 zertifiziert

Wirkliche Innovation bietet aber vor allem das durch Künstliche Intelligenz verbesserte Kamerasystem. Mithilfe von Bilderkennung werden die Motive, bevor ein Foto geschossen wird, gescannt und die Kameraeinstellungen an das was sich vor der Kamera befindet angepasst. Die KI erkennt also, ob es sich um eine Pflanze, ein Gesicht oder Haustier handelt und passt Weißabgleich, Belichtungszeit und die anderen Parameter an die Gegebenheiten an. Bei den Kameras selbst hat Huawei wieder mit Leica zusammengearbeitet und bei beiden Linsen erstmals eine Blendenöffnung von beeindruckenden F/1.6, was deutlich mehr Licht an den Sensor lässt und geringere Schärfentiefe ermöglicht.

Gleichzeitig mit dem Mate 10 Pro wurde auch das Mate 10 vorgestellt, das aber im europäischen Markt eher selten zu finden sein wird. Im Grunde unterscheiden sich die beiden Geräte vor allem durch die Abmessungen. Das Mate 10 Pro ist durch das moderne Seitenverhältnis von 18:9 deutlich dünner.