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1 Abendliches Schreien – „Drei-Monats-Koliken“:


„Jeden Abend schreit mein zwei Monate alter Junge aus Leibeskräften, und ich weiß einfach nicht, warum. Er lässt sich kaum beruhigen. Was soll ich tun?“

Manche Säuglinge entwickeln gegen Ende des ersten Lebensmonats ihr so genanntes „Schreistündchen“. Dabei läuft ihr Gesicht rot an. Das Spektakel kann auch viel länger als nur eine Stunde dauern, auch wenn das Kind keinen Hunger hat und die Windeln sauber sind. Nach dem ersten Vierteljahr lässt das regelmäßige abendliche Schreien oft nach – daher der Name „Drei-Monats-Koliken“. Eine erkennbare gesundheitliche Ursache hat diese geräuschvolle Angewohnheit nicht. Das Kind leidet dabei nicht etwa an „Bauchkrämpfen“ oder „Koliken“, sondern verlangt einfach in diesem Alter energisch nach Zuwendung. Manchmal ist aber auch Übermüdung am Abend der Grund. Sie sollten Ihrem Kind die gewünschte Zuwendung ruhig geben. Auch spazieren fahren im Freien, selbst zu späterer Stunde, hat sich bewährt. Medikamente oder eine zusätzliche Flaschenmahlzeit zu geben ist nicht sinnvoll.