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16 Magen-Darm-Grippe, Durchfall – Diarrhöe:


„Ist Durchfall gefährlich? Worauf muss man achten?“

Meistens heilt Durchfall von allein. Häufig sind Viren, manchmal Bakterien die Auslöser. Antibiotikagaben beschleunigen die Heilung in keinem Fall, sie sind nur bei sehr schweren Infektionen wie Typhus erforderlich. Auch Medikamente, welche die Darmbewegungen dämpfen und dadurch dem Körper mehr Zeit geben, dem flüssigen Stuhl Wasser zu entziehen, sind meist nicht erforderlich. Das Wichtigste ist, bei Durchfall den Salz- und Wasserverlust des Körpers auszugleichen. Je jünger ein Kind ist, desto leichter gerät sein Salz- und Wasserhaushalt aus dem Gleichgewicht. Zuerst sollte für einen halben Tag eine Teepause eingelegt werden – schwarzer Tee mit etwas Traubenzucker und einer Prise Salz. Spezielle Tabletten, die Tee, Traubenzucker und Salze schon fertig gemischt enthalten, eignen sich genauso. Säuglinge und Kleinkinder brauchen in dieser Phase mindestens 150 bis 200 Milliliter Flüssigkeit pro Kilogramm Körpergewicht in 24 Stunden. Nach der Teepause dürfen die Kinder, je nach Alter, zusätzlich zum Tee Bananen, Äpfel, Karotten, Kartoffelbrei, Salzstangen, Zwieback oder Wasserkakao zu sich nehmen. Säuglinge sollten am allerbesten weiter gestillt werden. Häufige Durchfälle in den ersten zwei Lebensjahren können später den Schulerfolg mindern, fand Richard Guerrant an der Universität von Virginia in den USA heraus. Noch forschen Wissenschafter nach möglichen Ursachen für diesen Zusammenhang.