Ausnahmezustand bei der Viennale

Viennale 2008

10 Ein Ende der Ära Hurch ist nicht abzusehen. Es ist, genau genommen, auch nicht nötig.

Natürlich kann (und sollte) man sich fragen, warum ausgerechnet der Viennale – und den Wiener Festwochen, für die Ähnliches gilt – eine Kulturpolitik der Rotation erspart bleibt, und das ganz ohne öffentliche Debatte. An Hans Hurchs eigenwilliger, aber effizienter politischer Diplomatie und seinem bekannt guten Einvernehmen mit dem Wiener Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny allein kann das nicht liegen. Es liegen jedoch tatsächlich kaum gute Gründe vor, die Viennale, wie sie ist, substanziell zu ändern. Man wird, wenn man den internationalen Vergleich sucht, ein derart avanciert gestaltetes Filmfestival, das zudem auf hartnäckigen Publikumszuspruch stößt, nicht noch einmal finden. Die zwölf Spieltage der Viennale 2008 werden dies, wenn nicht alles täuscht, erneut beweisen.

Von Stefan Grissemann und Sebastian Hofer