Ausnahmezustand bei der Viennale

Viennale 2008

2 Popmusik wird bei der Viennale, in Dokumentarfilmen und Live-Programmen, traditionell betont. Aktuelles ist dabei jedoch erstaunlich selten.

An der musikalischen Ambition der Viennale besteht kein Zweifel: Eröffnungs-, Abschluss- und Zwischendurchfeste werden gewohnheitsmäßig von internationalem Fachpersonal beschallt (diesmal etwa von dem britischen Superstar-DJ Rob Smith), große musikalische Galaabende ausgerichtet (am 25.10. mit Ingrid Caven im Akademietheater), Regisseure an die Plattenteller gebeten. Auch im Filmprogramm spielt die Musik – die alte Musik: Bob-Dylan-Ehrenprogramm, Patti-Smith-Dokumentation, James-Brown-Hagiografie, Sonic-Youth-Konzertmitschnitt –, das ist alles rührig und ehrenwert; dass die musikalische Sozialisation des Direktors in den späten siebziger Jahren stattgefunden hat, ist seinem Programm aber doch recht deutlich anzumerken. Aktuelle Jugendkultur kommt darin – wie schon in den vergangenen Jahren – kaum vor, Pop bleibt in Wien Altmännersache.