Ausnahmezustand bei der Viennale

Viennale 2008

5 Einige der wesentlichen Filme der vergangenen zwölf Monate fehlen im heurigen Festivalprogramm. Zwangsläufig.

Jeder Kurator, ob er mit bildender Kunst hantiert oder mit dem Kino, setzt sich dem Vorwurf aus, in seiner Auswahl nicht alles richtig gemacht zu haben – seine eigene imaginäre ideale Viennale muss sich schon jeder selbst zusammenstellen. Hans Hurch nimmt sein Festival persönlich und gönnt sich das Recht auf Verzicht: So bleiben die Österreich-Premieren der durchaus exquisiten neuen Filme von Claire Denis und Rabih Mroué anderen Veranstaltern vorbehalten. Aber es geht nicht nur um Vorlieben und Antipathien; man kann auch an anderen Widerständen scheitern: Kathryn Bigelows bemerkenswerter Irakkriegsfilm „The Hurt Locker“ beispielsweise bleibt außer Reichweite, weil der Verleiher schlicht kein Interesse daran hat, den Film schon Monate vor dem geplanten Kinostart vorzustellen.