Ausnahmezustand bei der Viennale

Viennale 2008

9 Die Dokumentarfilmschiene ist ein altes Lieblingsgebiet des Viennale-Chefs. Dabei gehört sie, chronisch überfrachtet, zu den Schwachstellen seines Festivals.

Da und dort ist die Viennale, bei bestem Willen, auch für Enttäuschungen gut. Das Dokumentarfilmprogramm ist dafür besonders anfällig, weil es – jedes Jahr wieder – zu dicht gestaltet und in vielen Fällen zu sehr auf inhaltliches Gewicht abgestellt ist. Auch wenn heuer Arbeiten brillanter Doku-Stilisten wie Avi Mograbi, Nikolaus Geyrhalter, Terence Davies und Raymond Depardon aufgeboten werden: Vorsicht beim Kartenkauf ist angebracht. An die 60 abendfüllende Dokumentarfilme zeigt Hurch auch heuer wieder: Viele davon sind leider von bestenfalls thematischem Interesse.