Die netten Jahre sind für Bond vorbei

Vabanque. Die notorisch kontrollsüchtigen Bond-Produzenten Barbara Broccoli und Michael G. Wilson spielen mit „Ein Quantum Trost“ Vabanque, beschädigen mutwillig ihre bestens eingeführte Marke. So etwas ist riskant (nicht umsonst verzichtet etwa Coca-Cola beharrlich darauf, sein Brausewasser grün zu färben), in diesem Fall aber notwendig. Denn jede Zeit kriegt den Bond, der ihr entspricht. Und unsere zerrissene, unsichere Zeit ist eben alles andere als reif für gepflegtes Superheldentum alter Schule. Wie Batman in „Dark Knight“, der zweiten großen Superhelden-Neudeutung dieses Jahres, sein moralisches Zentrum verloren hat, so überschreitet auch James Bond in „Ein Quantum Trost“ seinen alten Zuständigkeitsbereich, verzichtet auf Unantastbarkeit, Lockerheit und Eigensinn.