Dokumentarfilme aus Österreich

Dokumentarfilme zu machen, das ist – für alle Beteiligten – eigentlich eine Zumutung. Man dringt professionell in private Zonen vor, setzt die Kamera wie eine Waffe ein und muss aus Höflichkeit, wenn man zum Essen gebeten wird, gelegentlich auch rohe Schmetterlingslarven zu sich nehmen, wie der Wiener Regisseur Nikolaus Geyrhalter aus eigener Erfahrung zu berichten weiß. Für die Kunst nehmen Österreichs Dokumentaristen Strapazen gern auf sich: Er liebe es, um den halben Globus zu reisen – obwohl er Flugangst habe und sich Torturen aussetzen müsse, „die ich im ,normalen‘ Leben nicht einen einzigen Tag aushalten würde“, sagt Geyrhalter, dessen jüngste Filmexpedition „7915 km“ unlängst bei der Viennale uraufgeführt wurde.