kanon

8 Le mépris / Die Verachtung

Luc Godard, Frankreich 1963

„Ich filme, wenn ich träume, denke, esse, schreibe, lese, spreche“, hat Godard, der Enzyklopädist, der Philosoph, Kritiker, Filmhistoriker und Wirrkopf, einst behauptet. Und: „Im Kino denken wir nicht, wir werden gedacht.“ Darin liegt ein Merkmal seiner Kunst: Godard erklärt das Kino nicht aus dem Leben, sondern das Leben aus dem Kino. Die Moravia-Adaption „Le mépris“, Godards bis heute reichster Film, zeugt davon – zugleich sinnlich und hochreflexiv, schwelgerisch und distanziert, Starkino und Kunstfilm in einem. Brigitte Bardot wird hier zum Spielball der Machtinteressen zweier Männer (Michel Piccoli, Jack Palance), in einer Inszenierung, die sich den glühenden Farben und den sarkastischen Dialogen eines Kinovordenkers anvertraut.