klassik

Divenfaktor: Karita Mattila, 43


„Ich bin ein Kampftier. Manchmal weine ich ein wenig, aber dann packe ich es an“, sagt Karita Mattila, der kein Opern-Massiv zu hoch erscheint. Sie „frisst“ die unterschiedlichsten Rollen, singt mit ihrem blütenreinen Sopran Wagner-Rollen ebenso wie Mozarts trickreiche Gräfin („La Nozze di Figaro“) und hat eine CD mit Zarah-Leander-Liedern aufgenommen. Karita Mattila ist die Exzentrikerin der neuen Generation: Ihrem Mann schenkte die schrille Blondine zum Geburtstag eine Harley-Davidson, die sie mit einem Kran in den siebenten Stock ihres Londoner Apartmenthauses hieven ließ. Ein Gitarrist spielte dazu „Born To Be Wild“, sie selbst hüpfte in einem orangefarbenen Lederanzug samt rosa Federhut aus einer Kiste. „Das Zusammentreffen von Stimme, Aussehen und spielerischer Wucht ist eine Rarität“, urteilt Manuel Brug in seinem Buch „Die neuen Sängerstimmen“. Doch machte ihr die Krise der Klassik-Branche einen Strich durch die Rechnung: Gerade als ihre Plattenkarriere in Schwung zu kommen schien, löste ihr Label Warner die Klassik-Abteilung praktisch auf. Doch solche Unbill kann Mattilas Stimmung nicht nachhaltig trüben. Zu ihrem 40. Geburtstag stellte die Finnin vor 12.000 Zusehern klar: „Diamonds Are a Girl’s Best Friend.“