Kleines Finanzlexikon zur Wirtschaftskrise:
Von A wie Angst bis zu Z wie Zinsen

K

KEYNES

In den dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts, auf dem Höhepunkt der Großen Depression, legte der britische Mathematiker und Ökonom John Maynard Keynes (1883–1946) plausibel dar, wie die sieche Weltwirtschaft wieder in Schwung zu bringen sei: durch konzertierte und nachhaltige staatliche Interventionen, also quasi amtliche Ankurbelung der Nachfrage. An die Selbstheilungskräfte des Marktes glaubte Keynes nicht: Dem ungezügelten Kapitalismus fehle die Kraft, sich aus selbstverschuldeten Krisen auch selbst wieder zu befreien. In den traditionell interventionsfeindlichen USA war mit Keynesianismus in den vergangenen Jahrzehnten kein Staat zu machen; nach dem großen Crash 2008 initiierte die US-Administration jedoch ein nahezu lupenreines Keynes-Programm. Keynes häufte zu Lebzeiten nebenbei übrigens ein beträchtliches Vermögen an – als Spekulant an der Börse.