Kleines Finanzlexikon zur Wirtschaftskrise:
Von A wie Angst bis zu Z wie Zinsen

T

TURBO­KAPITALISMUS

Einer der Ersten, die diesen Begriff verwendeten, war ausgerechnet der heutige „Kronen Zeitung“-Kolumnist Hans-Peter Martin in seinem 1999 ­erschienenen Buch „Die Globalisierungsfalle“. ­Gemeint ist damit die Beschleunigung des Kapitalismus durch das Brechen zeitlicher und räumlicher Begrenzungen und ohne Rücksicht auf die betroffenen Menschen. Die Finanzkrise hat dem schon vorher eher schlecht beleumundeten Turbokapitalismus nun den Rest ­gegeben, der Aufstieg zum globalen Schimpfwort scheint nicht mehr aufzuhalten. Regional gibt es allerdings Definitionsunterschiede: In Österreich gilt bereits als Turbokapitalist, wer den Sinn von Ladenschlusszeiten anzweifelt.