Kleines Finanzlexikon zur Wirtschaftskrise:
Von A wie Angst bis zu Z wie Zinsen

Z

ZINSEN

Eine Wiener Redensart neu interpretiert: „Schiach wie der Zins“ ­bekommt in der Finanzkrise eine durchaus zeitgemäße Konnotation. Auf dem Papier sind Zinsen nichts anderes als der Ertrag auf die zeitlich befristete Überlassung von Sach- oder Geldkapital. Der reinen Lehre nach folgt die Höhe des Zinses stets dem ehernen Markgesetz von Angebot und Nachfrage. Dummerweise haben unzählige Finanzhäuser weltweit zuletzt versucht, immer höhere Zinsen auf das eingesetzte Kapital zu generieren, um so vor ihren Aktionären eine schöne „Eigenkapitalverzinsung“ darstellen zu können – was zwangsläufig zu immer riskanteren Geschäften und schließlich zum Kollaps führte. Dabei wusste schon der Alttestamen­tarier, dass Zinsen eine üble Sache sein können. Im Koran sind sie das ­übrigens bis heute.