Kleines Finanzlexikon zur Wirtschaftskrise:
Von A wie Angst bis zu Z wie Zinsen

E

EIGENKAPITAL

Der Wortstamm „eigen“ ist irreführend. Per definitionem ist Eigenkapital die Summe aus dem von An­legern bereitgestellten Kapital (also beispielweise über den Erwerb von Aktien aus Kapitalerhöhungen und/oder Partizipationsscheinen) und den einbehaltenen Gewinnen, den so genannten Rücklagen oder Reserven. Eigenkapital ist also im engeren Sinne Geld der Aktionäre, nicht der Unternehmen – was Manager im Allge­meinen und Banker im ­Besonderen jedoch nicht daran hindert, sehr zwanglos damit umzugehen. Buchhalterisch gesehen wird jeder Verlust im Spekulations- oder Kreditgeschäft gegen das Eigenkapital gerechnet, nicht aber gegen den jeweiligen Vorstandsbezug oder Abfertigungsanspruch. Das mag erklären, warum die wenigsten Führungskräfte selbst in dunklen Zeiten schlecht schlafen.