Mensch des Jahres 2009

VII. Krieg und Frieden

Der neue Präsident hat zwei Kriege geerbt. Zumindest einen der beiden hat der Commander in Chief nie gewollt. Kann er trotzdem gewinnen?

Am vergangenen Heiligen Abend wurde in der afghanischen Provinz Paktika Charles P. Gaffney Jr. bei einem Feuergefecht von einer Rakete in Stücke gerissen. Der 42-jährige Korporal der 101. US-Luftlandedivision war das letzte amerikanische Todesopfer, das der Krieg gegen die Taliban in diesem Jahr forderte. Insgesamt wurden seit dem Einmarsch von US- und NATO-Truppen nach dem Fall des radikalislamischen Regimes in Afghanistan 1042 westliche Soldaten getötet. Allein 2008 waren es 293, und die Zahl steigt stetig. Im Sommer lag sie erstmals höher als jene der Gefallenen im Irak. Über die kurzfristige Strategie besteht in dieser Frage wenig Zweifel: Im Irak soll die Zahl der US-Soldaten relativ rasch reduziert werden. Aufgeben will Obama das Land aber nicht. Amerikanische Militärstützpunkte sollen dort auch in Hinkunft bestehen. Parallel zum Abzug aus dem Irak ist eine deutliche Verstärkung der Truppen in Afghanistan vorgesehen, wo im September auch Parlamentswahlen stattfinden: Damit wird es wohl nicht getan sein.