Neun Beispiele für Verschwendung

Beispiel 4: Arztkosten

Der Rechnungshof prüfte von November 2004 bis Jänner 2005 die Gebarung des Bezirkskrankenhauses Kufstein (KHK). Prüfungsschwerpunkte waren die Kosten, die Leistungen und das Personal des KHK, auch im Vergleich zu dem zeitgleich überprüften Krankenhaus St. Vinzenz in Zams. Ergebnis: Das Kufsteiner Krankenhaus bot Versorgungsleistungen wie ein Schwerpunktkrankenhaus, was dem Rechnungshof schon deshalb nicht sinnvoll erschien, weil es neben den kostenintensiven Parallelstrukturen im Tiroler Unterland (Spitäler in Kufstein, St. Johann und Kitzbühel) mit der medizinischen Universität Innsbruck auch eine spitzenmedizinische Versorgung gebe. Zitat aus dem RH-Bericht Reihe Tirol 2006/1: „Im Jahr 2003 waren in den Bezirken Kufstein und Kitzbühel 4,3 Betten je 1000 Einwohner in öffentlichen Krankenhäusern errichtet und damit um 30,3 Prozent mehr als in den Bezirken Imst und Landeck (3,3 Betten je 1000 Einwohner).“ Im Vergleich zum Krankenhaus Zams war die Personalausstattung in Kufstein ungewöhnlich hoch. So waren im Jahr 2003 im KHK um rund 55 Prozent mehr Ärzte je Bett beziehungsweise um rund 35 Prozent mehr Ärzte je 1000 stationäre Patienten tätig als in Zams. Auch im Bereich des Krankenpflegefachdienstes gab es in Kufstein um 30 Prozent mehr Personal je Bett als in Zams. Die Arztkosten je Bett waren in Kufstein um 39, die Pflegekosten je Bett um 37 Prozent höher als in Zams.