Neun Beispiele für Verschwendung

Beispiel 8: Standorte

In der Steiermark toben seit Jahren heftige Auseinandersetzungen um Krankenhausstandorte. Der von Experten und Politikern am heißesten umkämpfte Standort ist Bad Aussee. Dort wird um 25 Millionen Euro ein neues Krankenhaus samt neuer Chirurgie gebaut, trotz mehrerer interner und externer Analysen, die ergeben haben, dass es hier um eine völlig ineffiziente Größe geht. Obwohl dieser Umstand in zahlreichen Expertenrunden mit dem Land eingehend diskutiert wurde, beharrten die vor Ort tätigen Ärzte, Lokalpolitiker sowie die lokale Bevölkerung auf dem Neubau. Landeshauptmann Franz Voves wurden gesammelte Unterschriften mit der Forderung „Nehmen Sie uns unser Krankenhaus nicht weg“ überreicht. Obwohl der Standort durch eine gemeinsam mit einem privaten Anbieter errichtete und bereits in Betrieb befindliche Psychosomatik gesichert ist, wird ab dem kommenden Frühjahr das Krankenhaus samt Chirurgie neu gebaut. Fertigstellungstermin ist 2010. Kritiker des Projekts weisen darauf hin, dass eine Allgemeinchirurgie, die alle Leistungen anbietet, an einem solchen Standort nicht genügend qualifizierte Ärzte rund um die Uhr zur Verfügung stellen kann. Und die vorhandenen Ärzte könnten aufgrund der verhältnismäßig geringen Fallzahlen nicht die nötige Erfahrung und Routine entwickeln, um jede Art von Operation optimal auszuführen. Anstatt um den gleichen Preis ein zentrales Schwerpunktkrankenhaus etwa in Steinach-Irdning zu errichten und damit eine optimale Struktur zu haben, wurden rundum im Bezirk Liezen für unzählige Millionen kleine Spitäler entweder neu gebaut wie in Schladming oder erheblich umgebaut wie in Rottenmann. Nun gibt es überall kleine Krankenhäuser mit den gleichen Problemen: wenig Effizienz, fragliche Qualität und nicht hinreichend geübtes ärztliches Personal für jede der angebotenen Leistungen.