Obamas Team der politischen Vielfalt:
Kann das Kabinett den Wandel schaffen?

Der Starökonom

Lawrence Summers, 53: Wirtschaftsberater

Weltweit bekannt wurde Lawrence Summers erst durch die Feministinnen: Der Präsident der Harvard-Universität hatte 2006 in einem Vortrag gespöttelt, Frauen hätten ein genetisches Problem mit Naturwissenschaften und Mathematik. Daraufhin brach ein Sturm der „political correctness“ los. Seine Verteidigung, er hätte nur eine Diskussion provozieren wollen, half nichts mehr. Er musste seinen Hut nehmen. Das aber dürfte für den in Connecticut in eine jüdische Familie geborenen Summers die einzige Niederlage im Laufe seiner steilen Karriere gewesen sein. Anfang der neunziger Jahre war er Chefberater der Weltbank. 1993 holte Bill Clinton den Absolventen und Professor der wichtigsten amerikanischen Elite-Universitäten in die Regierung: zunächst ins Außenministerium, dann ins Finanzministerium, das er in den letzten zwei Clinton-Jahren führte. Sein Aufstieg zum Star-ökonomen ist ihm in die Wiege gelegt: Sowohl Vater als auch Mutter sind Wirtschaftsprofessoren, zwei seiner Onkel Nobelpreisträger für Ökonomie. Linke Kritiker monieren, dass er, wie auch der neue Finanzminister Timothy Geithner, an der desaströsen Deregulierung der Finanzmärkte mitgewirkt habe. Dagegen steht aber das, was Obama über ihn sagt: „Larry half, unser Land sicher durch mehrere Finanzkrisen zu führen. Er war der zentrale Architekt jener Politik, die in den neunziger Jahren die längste ökonomische Expansion der amerikanischen Geschichte brachte.“