Obamas Team der politischen Vielfalt:
Kann das Kabinett den Wandel schaffen?

Der chinesische Klimazar

Steven Chu, 60: Energieminister

Alternative Energien sollen Ölimporte ersetzen: Diesen historischen Paradigmenwechsel hat Obama im Wahlkampf versprochen. Es scheint ihm ernst. Der Kurswechsel im Klimaschutz hat ein Gesicht in seinem Kabinett – Physik-Nobelpreisträger Steven Chu wird Obamas Energieminister. Er stammt aus einer alten chinesischen Naturwissenschafter-Familie. Chus Eltern, beide Uni-Professoren, emigrierten 1943 in die USA. Gemeinsam mit zwei Kollegen wurde Steven Chu 1997 für Arbeiten zur Kühlung von Atomen mit dem Nobelpreis für Physik ausgezeichnet. Derzeit lehrt er als Professer Physik und Molekularbiologie in Berkeley. Dort leitet er auch seit fünf Jahren das National Laboratory, wo er mit 4000 Top-Wissenschaftern und einem Budget von 650 Millionen Dollar an der Entwicklung alternativer Energien – vor allem Bio-Treibstoffe und Sonnenkraft – arbeitet. Chu ist strikt gegen die Nutzung von Kohle und skeptisch gegenüber der Atomenergie, er favorisiert Energieeffizienz und technologische Innovationen. Die Bestellung Chus wurde von den grünen Gruppierungen in den USA begeistert begrüßt.