Obamas Team der politischen Vielfalt:
Kann das Kabinett den Wandel schaffen?

Das Bush-Relikt

Robert Gates, 65: Verteidigungsminister

Barack Obama hat sein Amt noch nicht angetreten, da zeigen sich einige seiner Wähler bereits enttäuscht von ihrem künftigen Präsidenten. Und das liegt nicht zuletzt an Robert ­Gates: Der parteilose Verteidigungsminister unter George W. Bush wird auch unter Obama Chef des Pentagons bleiben. Doch das, sagen Kritiker, stehe alles andere als für den von Obama angekündigten politischen „Wandel“. Dabei gehört der 65-jährige Historiker, CIA-Direktor unter George Bush senior, zum gemäßigten, pragmatischen Flügel der Republikaner. ­Gates tritt für eine Rückkehr zur Diplomatie, eine multilaterale Politik und für Verhandlungen mit Gegnern wie dem Iran und Nordkorea ein. Beobachter beschreiben ihn als Mann mit großer Selbstdisziplin, er sei die „Antithese seines Vorgängers Donald Rumsfeld“, befindet die „New York Times“. Vor seiner Nominierung zu Bushs Verteidigungsminister im Jahr 2006 wurde er in die parteiübergreifende Baker-Hamilton-Kommission berufen, die Vorschläge für einen Ausweg aus der Irak-Krise ausarbeiten sollte. Seither hat sich die Situation im Irak deutlich verbessert. Gates’ neuerliche Nominierung zum Verteidigungsminister ist keine Überraschung, weil die USA durch ihre Kriege im Irak und Afghanistan eine ­personelle Brücke zwischen Bush und Obama benötigen. In seinen ersten Reden zeigt sich Gates um Kontinuität und Entspannung mit dem Iran bemüht. „Wir wollen keinen Machtwechsel in Teheran“, sagte er zuletzt.