Öffentlich-rechtliche Rundfunk in der Krise:
Die Rettungsmodelle der Medienexperten

Der öffentlich-rechtliche Rundfunk steckt in einer schweren Krise. profil befragte Medienexperten zu Rettungsmodellen.

Galgenfrist für Alexander Wrabetz. Am vergangenen Donnerstag wurde das Sparpaket des ORF-Generaldirektors bereits vor der Stiftungsrat-Sitzung vom Tagesplan gestrichen. Die Notlösung, die Wrabetz vor zwei Wochen präsentiert hatte, sorgte für heftige Kritik und Schlagzeilen. Das Paket bestand aus drei Programmpunkten: Verkauf des ORF-Areals auf dem Rosenhügel, Mindesterlös: 14 Millionen Euro. Mittelfristige Finanzvorschau bis 2013 – durch geringeren Personalaufwand eine Ersparnis von 61,8 Millionen Euro. Abbau von 300 ORF-Mitarbeitern durch Auslagerung in neue Töchterfirmen, darunter das Rundfunkorchester.

Diese Punkte sollen jedoch bis März erneut in einem umfassenden Strategiekonzept präsentiert werden. Der Vorsitzende des Stiftungsrats, Klaus Pekarek, spricht von einer „allerletzten Chance“ für den ORF. Auf Alexander Wrabetz warten nun arbeitsintensive Wochen. Er muss bis März ein realistisches Strategiekonzept sowie eine neue Programmreform auf die Beine stellen.

Knapp wurde auch die Abstimmung um das ORF-Budget für 2009, das ein Defizit von 29 Millionen Euro vorsieht. ÖVP, FPÖ, BZÖ sowie die Grünen stimmten dagegen, Wrabetz konnte sich durch die Zustimmung von SPÖ-Vertretern und ORF-Betriebsräten eine knappe Mehrheit sichern. Mit nur 19 von 35 Stimmen wurde der Lohnabschluss von 1,9 Prozent, der zwischen ORF-Geschäftsführung und Zentralbetriebsrat vereinbart wurde, samt einer Einmalzahlung abgesegnet.