Öffentlich-rechtliche Rundfunk in der Krise:
Die Rettungsmodelle der Medienexperten

Gerhard Weis, Ex-Generalintendant des ORF

1 Priorität sollte das Programm (und damit auch die Programmbudgets) haben: Ohne Publikum nützt alles nichts, und auch die Mitarbeiter müssen aus der herrschenden „Schreckstarre“ erlöst werden.

Langfristig: Rund 300 Millionen Euro (!) fließen jährlich (!) aus dem österreichischen Werbetopf zu ausländischen Privatsendern, die kaum nennenswerte Gegenleistungen für Österreich erbringen. Ein Ergebnis der „Liberalisierung“ des Jahres 2001 – die heimischen Zeitungen und der heimische Privatrundfunk schauen durch die Finger, und das ORF-Defizit steigt (wie 2001 vorausgesagt – aber damals wurde ja „Stärkung“ und „Entparteipolitisierung“ des ORF behauptet …). Die Reparatur dieser und vieler anderer Bestimmungen dieses Gesetzes scheint im Interesse aller österreichischen Medien dringend notwendig. Auch sollten neue Arbeitsverträge ermöglicht werden, um den Personalstand in den Griff zu bekommen – auch die Anstellung von zusätzlich 1400 Mitarbeitern vor erst fünf Jahren rächt sich.

2 Damit allein wird es wohl nicht zu schaffen sein – aber es ist ja auch noch von weiteren Sparmaßnahmen die Rede.

3 Das Programm ist der eigentliche Unternehmenszweck des ORF – einige Sendungen, die vom Publikum nicht so recht angenommen werden, sollte man einsparen, generell aber sollte doch für das Programm und nicht im Programm gespart werden.