Öffentlich-rechtliche Rundfunk in der Krise:
Die Rettungsmodelle der Medienexperten

Rudi Klausnitzer, Medienunternehmer, Ex-Chef des News-Verlags

1 Der ORF ist noch zu retten, aber er braucht rasch einen totalen „Reset“! Er sollte sich auf jene Leistungen konzentrieren, die ihn als öffentlich-rechtliche Einrichtung unverzichtbar machen, und das muss in konkreten Programm- und Marketingmaßnahmen spürbar werden. Kunden und Mitarbeiter des ORF müssen wieder stolz auf dieses Unternehmen sein können. Das Motto kann nur lauten: Qualität vor Quote!

2 Einsparungen beim Personal sind dort gerechtfertigt, wo sie für ein zukunftssicherndes Konzept unumgänglich sind. Zuerst muss also die zukünftige, langfristige Konzeption für den ORF stehen, und erst dann sollte über Personalkapazitäten gesprochen werden. Auch Auslagerungsentscheidungen machen nur im Rahmen eines Gesamtkonzepts Sinn.

3 Das Programm ist der wichtigste Teil des ORF, daher: das Programmschema entrümpeln und sinnloses Wettschwimmen in den Flachgewässern der privaten Konkurrenz unterlassen. Das Geld dort konzentrieren, wo man sich für die Menschen dieses Landes unentbehrlich macht: verlässliche Information bieten, die BürgerInnen auch selbst und nicht nur die „Interessenvertreter“ zu Wort kommen lassen; Kultur, Wissenschaft und Forschung spannend machen (BBC, Discovery Channel und andere zeigen, wie das geht). Und vor allem: österreichische Produktionen fördern. Sonst wird das kreative Biotop in unserem Land nachhaltig ausgetrocknet.