Öffentlich-rechtliche Rundfunk in der Krise:
Die Rettungsmodelle der Medienexperten

Rudi Klausnitzer, Medienunternehmer, Ex-Chef des News-Verlags

4 Nein, wenn man den öffentlich-rechtlichen Teil und den kommerziellen Teil innerhalb des ORF klar trennt. Damit könnte man den ORF insgesamt eher stärker aufstellen, als er jetzt dasteht. Aber der Gesetzgeber muss entscheiden, ob er einen großen ORF in einer gemischtwirtschaftlichen Form oder einen puristisch auf reine Gebühren abgestellten ORF will. Mit beidem kann man leben. Nur nicht mit der derzeitigen verwaschenen Hybridstruktur, die ein Produkt einer längst vergangenen Zeit ist.

5 In vielen Infrastrukturbereichen könnte ich mir eine stärkere Beteiligung von privaten Investoren vorstellen. Ebenso könnte eine Art „Nationaler Programmfonds“ zur Finanzierung österreichischer Produktionen in Form eines PPP-Modells angedacht werden, das über Steuervorteile auch private Investoren anzieht. Damit könnten wir gemeinsam mit den österreichischen Produzenten im internationalen Markt ein attraktiverer Partner werden. Den ORF gemeinsam mit privaten Investoren stärker machen ist überlegenswert. Teile ­einfach nur abzugeben sind unternehmerische Notmaßnahmen.