Öffentlich-rechtliche Rundfunk in der Krise:
Die Rettungsmodelle der Medienexperten

Michael Grabner, Medieninvestor, Ex-Holtzbrinck-Chef

1 Eigentlich nur eine einzige: einen internationalen Kosten- und Leistungsvergleich, auch unter Einbeziehung privater TV-Unternehmen. Damit könnte sich der ORF selbst retten, falls er nach der Ermittlung der Zahlen zwei konsequente Schritte setzt. Erstens: Die vielen Belegschaftsvertreter vergleichen die ORF-Kosten mit den Kosten der Mitbewerber. Wenn sie das Delta kennen und „begreifen“, berufen sie mehrere Betriebsversammlungen ein und motivieren alle Mitarbeiter, so effizient und kreativ zu arbeiten, dass diese Werte (plus zehn Prozent ORF-Bonus) in drei Jahren erreicht werden können.

Zweitens: Die Geschäftsführung studiert diese Zahlen ebenfalls, bereitet sie a) für die Politik „abgeordnetensicher“ auf und b) für den Stiftungsrat einfach und nachvollziehbar vor, schlägt die – zum Teil sehr unangenehmen – Maßnahmen vor, lässt sich diese genehmigen und leitet den dreistufigen Restrukturierungsplan umgehend ein.

2 Wahrscheinlich leider nicht, weder qualitativ noch quantitativ. Aber das ist erst nach der oben angeführten Analyse seriös abschätzbar.