Öffentlich-rechtliche Rundfunk in der Krise:
Die Rettungsmodelle der Medienexperten

Michael Grabner, Medieninvestor, Ex-Holtzbrinck-Chef

3 Der ORF darf nicht weniger, er muss mehr produzieren und das „Mehr-Programm“ über zusätzliche Kanäle verbreiten. Das Produzierte muss qualitativ besser werden, um den ORF für seine neue Funktion fit zu machen: seiner neutralen Informationspflicht nachzukommen und das Kultur-, Freizeit- und Tourismusland Österreich weltweit und multimedial optimal zu vertreten. Dazu ist eine Kreativitäts- und Produktivitätsoffensive notwendig, und diese muss von „oben“ gefordert und auch gelebt werden (dann sind auch die sicher notwendigen Quersubventionen gerechtfertigt).

4 Nein, das wäre tödlich! Wenn der ORF die Messlatte verliert, ein attraktives Umfeld für effiziente

TV-Werbung zu sein, geht er in die „geistig-kreative Rente“ – und das wäre ein tragischer Tod auf Raten.

5 Nein. Österreich braucht keine eigene Luftlinie, wohl aber einen effizienten ORF. Denn ein 8-Millionen-Land braucht im Medienzeitalter ein publizistisches Sprachohr erster Güte, um den Lebens-, Kultur- und Wirtschaftsraum Österreich zu erhalten, zu fördern und auszubauen, und das ist keine Aufgabe für private (Medien-)Investoren.