Öffentlich-rechtliche Rundfunk in der Krise:
Die Rettungsmodelle der Medienexperten

Monika Lindner, Ex-ORF-Generaldirektorin

1 In, wie ich meine, guter Tradition enthalte ich mich als ehemalige Geschäftsführerin des ORF guter Ratschläge, die selten willkommen sind, was ich aus eigener Erfahrung weiß. Dass allerdings der ORF jetzt zu Unrecht mit AUA, Post, ÖBB und Telekom in einem Atemzug genannt wird und in der öffentlichen Diskussion steht, haben sich die engagierten Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des Hauses nicht verdient. Ich führe das auf eklatante Kommunikationsprobleme von Teilen der Verantwortlichen zurück.

2 Das hat in erster Linie der Stiftungsrat zu beurteilen, eine Entscheidung, die schwer genug ist, aber auch kompliziert und mühsam, wenn man, so wie ich, Zusammensetzung und Abläufe innerhalb des Stiftungsrats miterlebt hat.

3 Am Programmangebot von TV und Radio sollte überhaupt nicht gespart werden. Im Programm sparen heißt, sich aufgeben und verzichtbar werden. Strukturen, Personalaufwand und Produktionsbedingungen (z. B. Durchsetzen von so genannten Ein-Mann-Teams!) sollten ständig hinterfragt werden – und werden das ja auch offenbar. Für den aktuellen Zustand des Unternehmens gilt das ganz besonders.