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Schmäh 2: Die Reform ist ein Gewinn für die Frauen

Die typische Reformverliererin ist weiblich. Laut Arbeiterkammer zahlten 2,1 Millionen Arbeitnehmer und Pensionisten schon bisher keine Lohnsteuer, 70 Prozent sind Frauen. Ihnen wird die Steuerreform keine Entlastung bringen.

Auch bei den Steuerpflichtigen sind die Männer im Vorteil. So werden Arbeitnehmer, die monatlich zwischen 1.900 und 2.300 Euro brutto verdienen, künftig rund 20 Euro weniger Steuern zahlen. In dieser Gehaltskategorie befinden sich laut Arbeiterkammer besonders viele vollzeitbeschäftigte Frauen.

Auf der darüber liegenden Steuerstufe, hier ist der Anteil von Männereinkommen weitaus höher, wirkt auch die Reform stärker.

Jede Tarifsenkung bevorzugt die höheren Einkommen – und somit mehrheitlich Männer. Laut einer Modellrechnung des Finanzministeriums aus dem Jahr 1999 bringt eine Tarifsenkung von einem Prozentpunkt 4,1 Milliarden Schilling an Steuerersparnis. Davon kamen wegen des niedrigeren Einkommensniveaus aber nur 1,5 Milliarden Schilling Frauen zugute.

Die Pendlerpauschale ist ebenfalls eine Männerdomäne. Sie wird von jedem vierten unselbstständig beschäftigten Mann in Anspruch genommen, aber nur von 16 Prozent der weiblichen Angestellten. Eine ähnliche Verteilung zeigt sich beim nunmehr erhöhten Alleinverdienerabsetzbetrag, der 29,1 Prozent der männlichen, aber nur 16,1 Prozent der weiblichen unselbstständig Beschäftigten abgezogen wird. Lediglich der Alleinerzieherabsetzbetrag kommt mehrheitlich Frauen zugute, dieser wurde jedoch nun nicht erhöht.