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4. Junglehrer, die heute aufgeben, werden in zehn Jahren dringend gebraucht

Das Ansehen vergangener Tage ist passé. Als der deutsche Ex-Kanzler Gerhard Schröder Lehrer „faule Säcke“ nannte, nickten auch in Österreich viele. Ihre Einstiegsgehälter sind kein Anreiz, die Jobaussichten nicht gerade rosig: Junglehrer warten oft jahrelang auf die Möglichkeit zu unterrichten, viele jobben nebenbei und gehen irgendwann dem Schulsystem für immer verloren. Durch die zwei Schmied-Stunden bangen jetzt auch jene um ihre Lehrerzukunft, die zumindest einen Fuß in der Schule haben, wie Markus Weitgasser, 29, Unterrichtspraktikant am BORG Strasswalchen: „Die Alten werden unsere Stunden übernehmen müssen.“ In Wien gibt es bereits Fälle, in denen die Verträge der Junglehrer wegen Schmieds Vorstoß nicht verlängert werden. Kommt die Mehrarbeit allerdings nicht, müssten erst recht Posten eingespart werden, warnt die Ministerin. In 15 Jahren wird Österreich vor dem umgekehrten Problem stehen: Bis dahin wird die Hälfte der rund 120.000 Lehrer in Pension gegangen sein, etwa 50.000 Lehrer würden dem System dann fehlen, sagt die Gewerkschaft. Darunter wohl auch jene, die heute keinen Job bekommen. Für ÖVP-Bildungssprecherin Katharina Cortolezis-Schlager öffnet die größte Pensionierungswelle im Schulwesen seit den sechziger Jahren ein „historisches Fenster für ­Reformen“. Leider sei die Ministerin durch den Streit mit der Gewerkschaft in Gefahr, es gleich wieder zu schließen.