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7. Veraltete Ausbildungsgänge verhindern moderne Lehrer

Gymnasiallehrer definieren sich über ihr Fach. Hauptschullehrer sind stolz auf ihre Vermittlungskompetenz, Volksschullehrer auf ihre erzieherischen Fähigkeiten. Ein gemeinsames Berufsverständnis fehlt ebenso wie eine gemeinsame Ausbildung – das duale System, wonach AHS-Lehrer an Universitäten, Pflichtschullehrer an Pädagogischen Hochschulen (PH) studieren, ist überholt. Da sind sich alle Experten einig. Bei der Einführung der PH vor zwei Jahren wurde mit großem Aufwand das falsche System festgeschrieben. Eine Expertengruppe soll nun in einer Ho-ruck-Aktion in die Gegenrichtung marschieren. Bis die ersten gemeinsam ausgebildeten Lehrer an den Pulten sitzen, drücken wohl schon die Kinder der derzeitigen Taferlklassler die Schulbank.

Inzwischen suchen manche Rektoren in Eigenregie Synergien: Dagmar Hackl, Rektorin der PH Wien, schickt ihre Studenten zur Fachausbildung an Universitäten: „Dort bekommen sie eine wissenschaftliche Grundlage. Unsere Stärken sind Didaktik und Pädagogik.“ Nur in Innsbruck müssen sich Lehramtsstudenten im ersten Semester an den Schulen bewähren. Jeder Fünfte wechselt danach das Studium. Von der Lehrerauswahl des PISA-Siegers Finnland ist man weit entfernt – dort wird nach einem Testverfahren nur jeder zehnte Lehramtsanwärter genommen. Matti Meri, Professor an der Universität Helsinki: „Wer die besten Schüler will, braucht die besten Lehrer. Wir brauchen keine Pädagogen, die wunderbar Flöte spielen. Wir brauchen solche, die erreichen, dass Kinder gerne Flöte spielen.“ In Österreich gab in einer Befragung unter rund 600 Lehramtsstudenten fast jeder zweite in einer anonymen Befragung an, das Motiv seiner Studienwahl sei die bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie.