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Neue Vielfalt

Keine Blutschokolade, dafür mehr Konsumentenschutz.

Es waren Schauermärchen: Weder das berüchtigte spanische „Schildlaus-Joghurt“ noch die vom damaligen FPÖ-Chef Jörg Haider 1994 angekündigte „Blutschokolade“ ist in die heimischen Regale gelangt. Davon abgesehen ist nach dem EU-Beitritt Österreichs 1995 das Warenangebot in heimischen Geschäften und Supermärkten deutlich vielfältiger geworden. Das damals vorausgesagte Ende für österreichische Markenartikel hat sich nicht bewahrheitet. Die ebenso prognostizierte Verbilligung für den Konsumenten ist dagegen nur in einzelnen Bereichen erfolgt. Den Großteil von in Österreich verkauften Fleisch- und Milchprodukten liefern noch immer österreichische Bauern, die

aber drastische Preissenkungen durch die Über­nahme der EU-Agrarpolitik hinnehmen mussten. Im Supermarkt fallen viele EU-Regelungen auf den ersten Blick gar nicht auf: Kaum jemand weiß, dass etwa die verpflichtende Angabe von Preisen pro Kilogramm oder Liter auf eine Regelung aus Brüssel zur besseren Orientierung der Verbraucher zurückgeht. Für Kosmetika wurden eine Angabe zur Haltbarkeit festgelegt und Tierversuche untersagt.