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Dekolleté und Glimmstängel

Von mehr und weniger geglückten Versuchen der EU, die Gesundheit ihrer Bürger zu schützen.

Kellnerinnen mit prüde verdecktem Dekolleté, Fußballer mit langen Hosen und Bauarbeiter niemals ohne T-Shirt? Man müsse die Arbeitnehmer vor Strahlung schützen, erklärte die Europäische Kommission im Sommer vor vier Jahren. Das Europäische Parlament erteilte der „Sonnenschein-Richtlinie“ wenig später aber eine Abfuhr. Eine Ausnahme. Es gibt zahllose EU-Richtlinien „zum Schutz der Arbeitnehmer“ – Gesundheitspolitik an sich ist nämlich weitgehend Sache der jeweiligen Mitgliedsländer.

So hakte die Kommission auch beim Rauchverbot bei den Arbeitnehmern ein: Sie schrieb erst einheitliche Warnhinweise auf den Tabakwaren vor, dann verbot sie Werbung, schließlich verbannte sie den blauen Qualm aus Büros – und setzte, unter wüsten Protesten von Gastronomen, sogar Rauchverbote in Gaststätten durch: Auch Barkeeper haben ein Recht auf saubere Luft.

Mittlerweile gibt es für viele Berufe eigene Richtlinien, wie der Arbeitsplatz auszusehen habe: beispielsweise in Betrieben, „in denen durch Bohrungen Mineralien gewonnen werden“, für „Arbeit an Bildschirmgeräten“ oder jene mit „Fischereifahrzeugen“.