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Frauen: Betreuungspflichten

Ohne Druck der EU wären Frauen in ­Österreich stärker benachteiligt.

Heute darf es keinen Unterschied mehr machen, bis vor ein paar Jahren aber entschied ein Chromosom über den Preis: Für Männer war der Friseurbesuch zumeist billiger als für Frauen. Erst vergangenen Sommer wurde das Gleichbehandlungsgesetz novelliert – seither müssen Frauen nicht nur in der Arbeitswelt, sondern auch bei der Versorgung mit Gütern und Dienstleistungen mit Männern gleichgestellt werden. Zumindest theoretisch. Papier ist geduldig: Schon vor einem halben Jahrhundert war in den Gründungsverträgen der heutigen Europäischen Union von gleichem Lohn für gleiche Arbeit die Rede. Bis heute aber klafft die Einkommensschere auseinander: Österreicherinnen verdienen laut Arbeiterkammer im Schnitt um ein Viertel weniger als ihre männlichen Kollegen. Sogar wenn sie Vollzeit arbeiten, entgehen ihnen im Vergleich 22 Prozent Lohn. Dennoch, ohne den Druck der EU sähe es wohl noch düsterer aus.