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Grenzenloses Wissen

Die EU bemüht sich um einen „europäischen Hochschulraum“ – mit Vor- und Nachteilen für Österreich.

Erasmus Desiderius von Rotterdam wäre wohl begeistert. 500 Jahre nach dem Wirken des Humanisten folgen nun jährlich rund 160.000 europäische Studenten seinem Vorbild und studieren im Ausland – in seinem Namen: 1987 initiierte die EU ein Programm zur engeren Zusammenarbeit europäischer Hochschulen, fast 300 Millionen Euro fließen jedes Jahr in das Mobilitäts- und Stipendienprogramm Erasmus, rund

1,2 Millionen Europäer haben derart unterstützt ein oder zwei Semester in einem der 33 teilnehmenden Länder zwischen Island und Zypern studiert. 1992 stieg Österreich ein, seither gingen fast 50.000 heimische Studenten ins Ausland. Das Comenius-Programm fördert, ähnlich Erasmus, die Zusammenarbeit von Schulen und seit 2008 auch Kindergärten in ganz Europa.

Es sind nicht die einzigen EU-Initiativen zu Bildung und Forschung, die sonst weitgehend in Händen der einzelnen Staaten liegen.

Vor nunmehr zehn Jahren einigten sich die Bildungsminister aus 29 Staaten in Bologna auf die Schaffung eines „europäischen Hochschulraums“ – ein ehrgeiziges Ziel: Bereits nächstes Jahr sollen in der gesamten EU die Abschlüsse vergleichbar und sämtliche Kurse durch ein ­einheitliches Punktesystem (ECTS) leichter anrechenbar sowie Studienpläne länderübergreifend entwickelt werden.