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Ende der ­Monopole

Der EU-Wettbewerb erlegte nationale Platzhirsche.

Der Werbemanager Andreas G. kann sich noch gut an den Vorfall erinnern. Er wollte 1985 in sein neu angemietetes PR-Büro eine Telefonleitung einleiten lassen. Ein Anruf beim Post- und Telegrafenamt traf ihn hart. Ein halbes Jahr Wartezeit müsse er schon in Kauf nehmen, wurde ihm mitgeteilt. Auf Nachfrage wurde ihm eine Alternative angeboten. Wenn er seinem Antragsformular drei Tausender-Scheine beilege, könnte der Monteurtrupp binnen zwei Wochen vorbeischauen.

Der EU-Beitritt hat langjährige Monopole in Österreich mit einem Schlag beseitigt. Auf dem Telefonmarkt tummeln sich inzwischen mehrere Anbieter. Lokale Gespräche und Verbindungen ins Ausland wurden deutlich billiger. Auch ihren Strom- und Gasversorger können sich Kunden heute aus zahlreichen Anbietern aussuchen, wobei die Preisunterschiede hier nicht so stark ins Gewicht fallen. Als eines der letzten Länder in Europa hat Österreich auch private Fernsehstationen zugelassen.