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Selbst wenn der Iran die Bombe bauen wollte, wäre das nicht unverständlich.

Der Blick auf die Landkarte überzeugt die Perser, dass sie wehrhaft sein müssen. In unmittelbarer geogra­fischer Nähe befinden sich gleich vier Atommächte: Russland, Pakistan, Indien und Israel – fünf, wenn man das etwas weiter entfernte China dazurechnet. US-Soldaten stehen im Irak an der Grenze zum Iran, NATO-Truppen in der Türkei. Und dass sich die Zukunft der Region eher gewaltsam-turbulent als friedlich-ruhig gestalten wird, ist gewiss. Ein Streben nach nuklearer Technologie erschiene unter diesen geopolitischen Umständen durchaus verständlich: Warum sollte die Logik der gegenseitigen atomaren Abschreckung mit dem Ende des Kalten Kriegs ihre Gültigkeit verloren haben, könnten sich die Regierenden in Teheran fragen.