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Der Iran ist nicht unberechenbar.

Die Perser verfolgen nachvollziehbare Ziele im Nahen Osten. Das Regime setzt auf die strategische Partnerschaft mit Syrien sowie Russland und China, beides Vetomächte im UN-Sicherheitsrat. Im Afghanistan-Krieg haben sich die Iraner als paktfähig erwiesen und die USA beim Aufbau der Regierung von Hamid Karzai unterstützt. Dass die Perser im Irak-Krieg gegen die USA gearbeitet haben, hatte weniger ideologische, denn rationale Gründe: Man wollte eine US-Marionette als Nachbarstaat verhindern. Im Irak hat der auf Stabilität bedachte Iran, anders als von der Regierung Bush lange Zeit behauptet, eher die moderateren schiitischen Kräfte unterstützt und nicht die radikalen Militanten. Die meisten Regierungsmitglieder im Iran haben satte Konten auf Dubai oder in der Schweiz für ihre Kinder und Enkelkinder angelegt. Das dürfte zu Pragmatismus führen. Kurz: Bei genauerem Hinsehen ist wenig zu spüren von einer „messianischen apokalyptischen Kultur“, wie sie Israels Premier Netanjahu ortet.