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Die Frauen werden furchtbar unterdrückt, jetzt sind sie aber im Kommen.

Unter der Schah-Diktatur war die legale Diskriminierung der Frau weitgehend beseitigt. Entgegen anfänglichen Versicherungen von Ayatollah Khomeini wurden die Bestimmungen, die Frauenrechte garantierten, sukzessive abgeschafft. Nach der herrschenden islamischen Gesetzgebung bekommt die Frau bei der Scheidung nicht das Sorgerecht für ihre Kinder, sie kann ohne Zustimmung des Ehemannes nicht entscheiden, wo sie wohnen will, was sie an­ziehen, ob sie arbeiten, das Haus verlassen oder ­reisen darf. Mädchen ­dürfen bereits mit neun Jahren heiraten. Der Mann kann sich jederzeit scheiden lassen. Das Erbe der Töchter ist die Hälfte von dem der Söhne. Frauen dürfen nicht ohne Schleier in die Öffentlichkeit. Und die Strafen bei Gesetzesverstößen sind bei Frauen wesentlich strenger als bei Männern. Die angewandte Scharia sieht barbarische Strafen vor: von Peitschenhieben über das Abtrennen von Gliedmaßen hin zur Steinigung.

Trotz dieses drakonischen Unterdrückungssystems hat sich in den vergangenen zwanzig Jahren eine aktive und vielfältige Frauenbewegung entwickelt. Über die Hälfte der Studierenden an iranischen Universitäten ist weiblich. Von den etwa hunderttausend ­iranischen Bloggern stellen auch die Frauen die Mehrheit. Und die Politik sieht sich ge­zwungen zu reagieren: Alle drei Herausforderer von Ahmadinejad versprechen wortreich, die Situation der Frauen im Land zu verbessern. Erstmals sind auch die Ehefrauen der Kandidaten aktiv im Wahlkampf engagiert.