Oscars 2017: Panne bei Preisverkündung – "Moonlight" ist bester Film

Beste Hauptdarstellerin: Emma Stone ("La La Land")

Beste Hauptdarstellerin: Emma Stone ("La La Land")

Das sind die Gewinner: Emma Stone holt den Oscar als beste Hauptdarstellerin ("La La Land"), Casey Affleck wurde als bester Hauptdarsteller für "Manchester by the Sea" ausgezeichnet. In der Kategorie "Bester Film" gewann "Moonlight" – zunächst wurde "La la Land" als bester Film verkündet.

Irrtum bei Preisverkündung – "Moonlight" ist bester Film

Das Coming-of-Age-Drama "Moonlight" von Barry Jenkins wurde bei der 89. Oscar-Verleihung zum besten Film gekürt. Zuvor hatte Laudator Warren Beatty irrtümlich den großen Favoriten "La La Land" zum Sieger erklärt. Der Fehler fiel einem der Produzenten von "La La Land" auf, als das gesamte Team bereits auf der Bühne stand.

"Moonlight" erzählt die Geschichte eines jungen schwulen Afroamerikaners, der in den 80er-Jahren im von Armut und Drogen gebeutelten Viertel Liberty City in Miami aufwächst, in drei prägenden Lebensabschnitten.

"Moonlight" als bester Film ausgezeichnet. Drehbuchautor Tarell Alvin McCraney und Regisseur Barry Jenkins

Emma Stone holt den Oscar als beste Hauptdarstellerin

Emma Stone hat sich mit "La La Land" in den Hollywood-Olymp getanzt: Die 28-jährige US-Amerikanerin wurde zur besten Hauptdarstellerin gekürt. In der Musical-Hommage brilliert Stone an der Seite von Ryan Gosling als angehende Schauspielerin Mia, die zahlreiche demütigende Vorsprechen über sich ergehen lassen muss.

2015 war Stone für "Birdman" in der Kategorie "Beste Nebendarstellerin" nominiert. Im Rennen 2017 konnte sie sich gegen Mitfavoritinnen Isabelle Huppert ("Elle") und Natalie Portman ("Jackie") sowie Ruth Negga ("Loving") und Meryl Streep ("Florence Foster Jenkins") durchsetzen.

Casey Affleck als bester Hauptdarsteller ausgezeichnet

Casey Affleck hat sich bei der 89. Oscar-Gala am Sonntagabend in Los Angeles seine erste Auszeichnung als bester Hauptdarsteller gesichert. Mit seiner Darstellung eines wortkargen, traumatisierten Hausmeisters in Kenneth Lonergans erschütterndem Familiendrama "Manchester by the Sea" konnte er das prognostizierte Kopf-an-Kopf-Rennen mit Denzel Washington ("Fences") für sich entscheiden.

Dem 41-Jährigen fehlten auf der Bühne des Dolby Theatre vorerst die Worte, ehe er Washington dankte, "der einer der Ersten war, die mir beigebracht haben, zu schauspielern und den ich heute Abend das erste Mal getroffen habe". "Ich wünschte, ich hätte etwas wichtigeres oder bedeutungsvolleres zu sagen", sagte Affleck u.a. vor den Augen seines älteren Bruders Ben Affleck, der im Publikum saß. "Ich bin einfach stolz, Teil dieser Gemeinschaft sein zu dürfen."

Oscars: "Toni Erdmann" geht leer aus

"La La Land": Damien Chazelle ist bester Regisseur

Damien Chazelle schreibt Oscar-Geschichte: Der US-Amerikaner ist für seine im Stil früher Hollywoodmusicals gedrehte Romanze "La La Land" zum besten Regisseur gekürt worden. Mit 32 Jahren und 38 Tagen ist er der jüngste Filmemacher, dem das jemals gelang.

In seiner Dankesrede erwähnte Chazelle brav sowohl seine Mitnominierten als auch sein Team, seine Familie und schließlich seine Lebensgefährtin. "Das ist ein Film über die Liebe", so Chazelle, "und ich hatte das Glück, mich zu verlieben, während ich diesen Film gedreht habe."

In seinem dritten Spielfilm, einer Hommage an die Blütezeit der Filmmusicals, erzählt Chazelle von Mia (Emma Stone) und Sebastian (Ryan Gosling), zwei verwandten Seelen in Los Angeles: Sie ist eine Barista, die vom Durchbruch als Schauspielerin träumt, er ein Pianist in Restaurants, der einen eigenen Jazzclub eröffnen will. Von Zurückweisungen verwundet, verlieben sich die beiden ineinander und bestärken sich in ihren Ambitionen - bis die Stadt der Träume ihre Beziehung auf eine harte Probe stellt.

Auslandsoscar: Kein Preis für "Toni Erdmann" - "The Salesman" prämiert

Enttäuschung für das Team von "Toni Erdmann": Die deutsch-österreichische Tragikomödie ging bei der 89. Oscar-Verleihung am Sonntagabend im Rennen um den Preis für den besten fremdsprachigen Film leer aus. Ausgezeichnet wurde stattdessen der iranische Beitrag "The Salesman" des Regisseurs Asghar Farhadi.
"The Salesman" erzählt von einem Ehepaar, das nach einem brutalen Überfall auf die Frau nicht die Polizei einschaltet, sondern Selbstjustiz übt. Das Werk wird so zu einem Drama um Schuld, Vergebung, Würde und Moral. Für Farhadi ist es der bereits zweite Auslands-Oscar nach "Nader und Simin - Eine Trennung" 2012.

Maren Ades Erfolgsfilm mit Peter Simonischek in der Titelrolle hatte im Vorfeld lange als Favorit für den Preis gegolten. Nach dem von US-Präsident Donald Trump verfügten und später von US-Bundesgerichten wieder aufgehobenen Einreiseverbot für sieben mehrheitlich muslimische Länder war "The Salesman" jedoch vorgerückt - ist ein Preis für den Iran, der zu den betroffenen Ländern zählt, doch auch ein politisches Statement.

Farhadi blieb der diesjährigen Gala aus Protest gegen die neue US-Einwanderungspolitik fern. Eine Vertreterin verlas auf der Bühne ein Statement des Regisseurs, der davor warnte, die Welt "in Kategorien von 'uns' und 'den Feinden' einzuteilen". Dies würde zu Furcht und in weiterer Folge zu Kriegen führen. "Diese Kriege verhindern Demokratie und Menschenrechte in Ländern, die ihrerseits bereits Opfer von Aggression waren."

Viola Davis ist beste Nebendarstellerin

Beim dritten Anlauf hat es geklappt: Viola Davis wurde als beste Nebendarstellerin ausgezeichnet. Davis, die als erste schwarze Schauspielerin in der Oscar-Geschichte bereits drei Oscar-Nominierungen verbuchen konnte, nahm den Preis für ihre kraftvolle Darstellung im Familiendrama "Fences" unter Tränen entgegen.

Beste Nebendarstellerin: Viola Davis („Fences“)

Beste Nebendarstellerin: Viola Davis („Fences“)

Mahershala Ali ist bester Nebendarsteller

Der erste verliehene Oscar bei der 89. Verleihung am Sonntagabend in Los Angeles ist zugleich der erste überhaupt für Mahershala Ali: Der kalifornische Schauspieler wurde für seine Darstellung eines kubanischen Drogenhändlers, der in "Moonlight" einen jungen Außenseiter unter seine Fittiche nimmt, als bester Nebendarsteller ausgezeichnet.

Bestes adaptiertes Drehbuch

Barry Jenkins (Drehbuch) und Tarell Alvin McCraney (Story), Moonlight.

Bestes Originaldrehbuch

Kenneth Lonergan, "Manchester by the Sea"