Die Folgen von BREXIT

Out is out: Großbritanniens Premierminister David Cameron tritt zurück

Out is out: Großbritanniens Premierminister David Cameron tritt zurück

Die Mehrheit der Briten hat für den EU-Austritt gestimmt. Das Ergebnis wird für Großbritannien und die EU ungeahnte Folgen haben.

Die Europäische Union, durch die Finanz- und die Flüchtlingskrise ohnehin geschwächt, muss nun mit einem neuen Problem fertig werden. Es gibt keinen Plan B. Noch nie ist ein Mitgliedsland aus der EU ausgetreten, sieht man von Grönland ab. Die EU verliert nun ihre zweitgrößte Volkswirtschaft und einen Nettozahler mit allen Konsequenzen.

Großbritannien muss nun seine Kontakte zur EU von Null an neu gestalten. Das Land bleibt bis zum formellen Austritt rund um 2020 formal Mitglied der EU. Doch schon jetzt haben einige Mitgliedsländer die Frage gestellt, ob britische Politiker bis zum tatsächlichen Austritt wirklich an allen EU-Tagungen teilnehmen sollen. So laufen derzeit Verhandlungen über die Neugestaltung des EU-Budgets für die Jahre 2020 bis 2027, an das London ja keine regulären Mitgliedsbeiträge mehr leisten müsste.


Für das Vereinigte Königreich stellen sich akut wirtschaftliche Probleme.

„Out ist out“ hat EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker festgestellt und sich somit gegen weitere Extrawürste für die Briten ausgesprochen. In den Verhandlungen mit den EU-Partnern hatte Premier David Cameron im März 2016 ja sogar eine Teilnahme Londons an neuen Regelungen für den EuroRaum gefordert.

Für das Vereinigte Königreich stellen sich akut wirtschaftliche Probleme: Einige internationale Konzerne haben bereits mit Absiedlung von Betriebsstätten gedroht. So will etwa die italienische Traktorenfirma FIAT ein Werk in England nach Steyr in Oberösterreich verlegen. US-Firmen überlegen eine Übersiedlung nach Irland. Und internationale Finanzkonzerne wollen sich aus der Londoner City verabschieden, etwa Richtung Frankfurt.

Die ohnehin nach Unabhängigkeit strebenden Schotten könnten neuerlich ein Referendum zur Loslösung von England planen. Und wegen des wahrscheinlichen Endes der Passunion zwischen Großbritannien und Irland wird eine neue Außengrenze im Norden der grünen Insel entstehen, mit strengen Grenzkontrollen, was neue Spannungen zwischen Katholiken und Protestanten anfachen könnte.

lahodynsky.otmar@profil.at