Skinhead-Freund kehrte in die FPÖ zurück

Skinhead-Freund kehrte in die FPÖ zurück

André Taschner wollte 2011 fünf Skinheads mit Neonazi-Tattoos in die FPÖ holen. Die steirische Landespartei warf ihn deshalb hinaus. Inzwischen sitzt Taschner im Bundesvorstand der Freiheitlichen Jugend.

Es war ein handfester Skandal: André Taschner, der frühere FPÖ-Bezirksobmann von Liezen (Steiermark), schlug der Landespartei 2011 fünf rechtsextreme Skinheads zur Aufnahme vor. Einer der Kahlrasierten hatte sogar das Logo des Neonazi-Vereins „Blood and Honour“ tätowiert. Schon zuvor hatte Taschner für Aufsehen gesorgt, weil er eine Parallelorganisation zur Freiheitlichen Jugend gegründet hatte. Im Vereinslokal soll es zu Hakenkreuzschmierereien gekommen sein.

Antidemokratische Ziele

Dem früheren FPÖ-Landesparteichef Gerhard Kurzmann war das zu viel, er schmiss Taschner per Notverordnung aus der Partei. Den Rauswurf begründete Kurzmann laut „Kleiner Zeitung“ damit, dass Taschner versucht habe, „uns Leute in die Partei zu bringen, die uns ruinieren. Er hat sich mit Kräften verbündet, die antidemokratische Ziele verfolgen.“ Nach dem Skandal kündigte Taschner auch seinen Job beim damaligen Dritten Nationalratspräsidenten Martin Graf.

Die FPÖ dürfte Taschner seine Kontakte zu Rechtsextremen verziehen haben, denn er gehört neuerdings dem Bundesvorstand der Freiheitlichen Jugend an und hält laut profil-Recherchen Vorträge auf Seminaren der blauen Jugendorganisation. In einem Rückblick-Video des „Zeichen setzen“-Seminars Ende 2018 ist Taschner als Referent zu sehen.

Was müsste die Partei gegen Rechtsextremismus tun?

Wegen einschlägig belasteter Parteimitglieder steht die FPÖ immer wieder im Verdacht der Nähe zum Rechtsextremismus. Was müsste die Partei tun, um diesen Vorwurf loszuwerden? Ziemlich viel: profil hat in der aktuellen Ausgabe eine To-do-Liste zur Läuterung der Freiheitlichen erstellt – sie umfasst 13 Punkte. Einer davon: „Ausgeschlossene Rechtsabweichler nicht erneut in die Partei aufnehmen, wenn die öffentliche Aufregung sich gelegt hat.“ Die ganze Geschichte lesen Sie im neuen profil.