Immobilien-Investments im Überblick

Immobilien-Investments im Überblick

Ob zur Altersvorsorge, als Geldanlage oder zur Gewinnsteigerung – viele Österreicher möchten in Immobilien investieren. Hier werden fünf Arten von Immobilien-Investments vorgestellt.

Der Immobilienmarkt wächst – auch für 2018 prognostiziert das Immobilien-Makler-Netzwerk RE/MAX einen bundesweiten Preisanstieg von 4,5 Prozent. Im Vergleich zu 2017 wird die Immobilien-Nachfrage mit einem erwarteten Plus von 3,9 Prozent gegenüber dem Angebot (plus 1,3 Prozent) deutlich steigen. Dabei ist zu erwarten, dass die Kaufpreise stärker anziehen als die Mietpreise. Kein Wunder, dass viele Anleger ein Immobilien-Investment in Betracht ziehen. Im Folgenden sollen fünf Modelle der Geldanlage Immobilien vorgestellt werden.

Fünf Wege in Immobilien zu investieren

Traditionelle Anlageformen wie das Sparbuch haben aktuell wenig zu bieten. Aus diesem Grund suchen Anleger nach neuen Möglichkeiten, Rendite zu erzielen. Eine gefragte Alternative ist das sogenannte Betongold. Hier werden fünf mögliche Formen des Immobilien-Investments vorgestellt.

1. Rendite-Immobilien kaufen

Die direkte Form des Immobilien-Investments ist, Wohnungen und Häuser zu kaufen und diese Immobilien als Kapitalanlage zu nutzen. Bevor Anleger Rendite abgreifen können, müssen sie jedoch zuerst sehr viel Geld investieren und in der Regel ein Darlehen aufnehmen. Aus diesem Grund sollten sie bei der Auswahl der Rendite-Immobilien kritisch sein, damit hinterher auch der erhoffte Gewinn herausspringt. Diese Faktoren sollten Investoren unbedingt beachten:

  • Ausstattung: Die Immobilie sollte gut ausgestattet sein, damit sie für Miet- oder Kaufinteressenten attraktiv ist. Gegebenenfalls sollten Anleger kalkulieren, ob es sich lohnt, vor dem Weiterverkauf oder der Vermietung in die Immobilienausstattung zu investieren. Werden beispielsweise die Bäder neugestaltet, steigert das den Wert der Immobilie enorm.
  • Lage: Auch die Lage wirkt sich auf den Immobilienwert aus. Je besser die Lage, desto wertstabiler ist die Immobilie und desto höhere Mieteinnahmen bzw. Verkaufspreise lassen sich erzielen. Anleger sollten deshalb auf die Infrastruktur, Einkaufs-, Bildungs- und Unterhaltungsmöglichkeiten sowie auf medizinische Versorgung in der direkten Umgebung des Rendite-Objekts achten.
  • Region: Das wichtigste Kriterium ist die regionale Umgebung der Anlageimmobilie. Immobilien in Ballungsräumen behalten in der Regel ihren Wert bei oder steigern ihn sogar. Ländliche Regionen haben in diesem Sinne meist schlechtere Karten. Anleger sollten auch Vorsicht in Regionen walten lassen, deren Wirtschaft von nur wenigen Unternehmen abhängt: Schließen diese Unternehmen, kann sich das dramatisch auf den Wiederverkaufswert der Anlageimmobilien auswirken.

2. Immobilien-Crowd-Investing

Crowd Investing ist eine lukrative Anlageform für Kleininvestoren. Über eine Internetplattform schließen sich Anleger mit vielen Privatinvestoren als sogenannte Crowd (=Schwarm) zusammen und investieren in Bauprojekte. Anders als beim Immobilienkauf müssen Anleger nicht alles auf eine Karte setzen, sondern können ihr Immobilien-Investment auf verschiedene Bauprojekte verteilen. Das Kapital ist zudem nicht auf lange Zeit gebunden und es gibt die Aussicht auf eine höhere Rendite als klassische Bankprodukte momentan bieten. Allerdings müssen die Anleger beim Crowd Funding sehr selbstständig agieren und selbst bewerten, ob die Bauprojekte erfolgversprechend sind und seriös gemanagt werden.

3. Immobilienaktien

Eine Alternative zum Kauf von Rendite-Immobilien oder zu Crowd Investing sind Investitionen in Immobilienaktien. Dabei handelt es sich um Anteilsscheine von Unternehmen aus der Branche, die Wohnungen und Häuser herstellen, bewirtschaften und vermarkten. Diese Form des Immobilien-Investments eignet sich in erster Linie für risikofreudige Investoren. Da die Papiere starken Kursschwankungen unterliegen, eignen sie sich nicht als Altersvorsorge. Wer das Risiko etwas streuen möchte, sollte in Immobilienaktienfonds investieren. Hierbei wird der investierte Betrag auf verschiedene Immobilienaktien oder Immobilien-Aktiengesellschaften aufgeteilt.

4. Immobilienfonds

Anders als Immobilienaktienfonds investieren Immobilienfonds das Geld direkt in Immobilien. Hinter den einzelnen Investitionsentscheidungen stehen professionelle Fonds-Manager, die die Marktlage aufgrund ihrer Erfahrung gut einschätzen können. Man unterscheidet zwischen offenen und geschlossenen Immobilienfonds:

  • Offene Immobilienfonds wachsen immer weiter, je mehr Anleger hinzukommen. Sie haben also ein unbegrenztes Investitionsvolumen und viele Immobilien in ihrem Portfolio. Anleger können die Fonds jederzeit kaufen und verkaufen – was diese Immobilienanlage sehr attraktiv macht.
  • Geschlossene Immobilienfonds haben im Gegensatz dazu ein eingeschränktes Investitionsvolumen und investieren in der Regel nur in ein bis zwei Großprojekte wie Krankenhäuser oder Einkaufszentren. Wenn alle Fondsanteile an Anleger verkauft sind, werden sie geschlossen. Die Anleger behalten ihre Anteile dann bis zum Laufzeitende. Da die Laufzeiten mitunter sehr lang sind, sollten Anleger nur in geschlossene Fonds investieren, wenn sie das Geld in den nächsten zehn bis 30 Jahren nicht benötigen. Je nach Rechtsform des Fonds kann es sein, dass die Anleger bei Insolvenz des Fonds nicht nur den Investitionsbetrag, sondern auch Privatvermögen verlieren. Aus diesem Grund eignen sich geschlossene Fonds nur für Anleger mit hohem und breit angelegtem Vermögen.

5. Immobilienanleihen bzw. Hypothekenanleihen

Bei Immobilienanleihen, auch Hypothekenanleihen genannt, handelt es sich um fest verzinsliche Wertpapiere. Anders als Immobilienaktien, die das Eigenkapital des jeweiligen Immobilienunternehmens darstellen, sind Immobilienanleihen Fremdkapital. Es handelt sich dabei also um eine Schuldverschreibung. Häufig sind die Anleihen mithilfe von Grundpfandrechten besichert. Im Gegensatz zu Pfandbriefen haben die Anleger bei Immobilienanleihen in der Regel nur ein nachrangiges Grundpfandrecht. Das heißt, im Insolvenzfall werden zuerst die übrigen Gläubiger bedient. Aus diesem Grund sind Immobilien- oder Hypothekenanleihen nur etwas für erfahrene Anleger, die die Risiken gut einschätzen können.

Qual der Wahl: Die beste Geldanlage gibt es nicht

Jede Immobilienanlage hat ihre Vor- und Nachteile – die per se beste Geldanlage gibt es nicht. Welche Art des Immobilien-Investments sich für einen selbst eignet, hängt von dem Vermögen und der Risikofreude ab. Niedrige Zinsen und steigende Immobilienpreise machen Grundsätzlich alle Anlageklassen attraktiv, doch ein Risiko besteht immer.

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